Richtlinien für Klanglandschaften

Richtlinien zum Schutz der Naturgeräusche

Natürliche Geräusche und Stille sind wesentliche Bestandteile der natürlichen Umwelt. Stille ist für das Überleben von Wildtieren unerlässlich, damit sie Raubtiere und Beutetiere orten und kommunizieren können. Auch Menschen profitieren von Naturgeräuschen, die vielfältige gesundheitliche Vorteile bieten. Studien haben zudem gezeigt, dass Menschen, wenn sie den vom Menschen verursachten Lärm in Naturgebieten reduzieren, mehr Wildtiere beobachten, Stress abbauen und gleichzeitig die Möglichkeiten zur Erholung verbessern können. Außerdem können so mehr Besucher in Schutzgebieten untergebracht werden, ohne dass diese sich überfüllt fühlen.

Genießen Sie die Klänge der Natur, indem Sie die folgenden Richtlinien beachten:

HÖR MAL ZU!

Schärfen Sie Ihr Gehör, um die Geräusche um sich herum besser wahrzunehmen. Erleben Sie die wohltuende Wirkung der Stille – lassen Sie die Klänge der Natur Körper und Seele erfrischen. So lernen Sie die Naturgeräusche in Ihrer Umgebung besser zu schätzen und haben (natürlich mit dem nötigen Abstand) bessere Chancen, Wildtiere zu beobachten.

PLANEN SIE IM VORAUS UND BEREITEN SIE SICH VOR

Berücksichtigen Sie Ihre Umgebung und passen Sie die Geräusche Ihrer Aktivität Ihrem Standort an (z. B. in der Wildnis sollten Sie die Einsamkeit durch ruhigeres Verhalten bewahren, im Gegensatz zu stärker bebauten Gebieten, in denen Lärm von Menschen häufiger vorkommt).

SEID RÜCKSICHTSVOLL AUF ANDERE

Respektieren Sie die Tierwelt und nehmen Sie Rücksicht auf andere, indem Sie Ihren Lärmpegel minimieren und sich bewusst sind, dass die von Ihnen erzeugten Geräusche als Lärm empfunden werden und das Verhalten von Wildtieren und anderen beeinträchtigen können.

RUHIG SEIN 

Unterwegs sollten Sie die Natur in Ruhe genießen und ihren Klängen lauschen, anstatt Musik über Ihre Lautsprecher zu hören. Falls Sie beim Wandern Musik hören möchten, verwenden Sie Kopfhörer oder drehen Sie die Lautstärke leiser.

VORAUSPLANEN 

Planen Sie im Voraus und bereiten Sie sich vor, indem Sie überflüssige oder laute Ausrüstung reduzieren. Schalten Sie Ihr Telefon stumm und suchen Sie nach Stummschaltoptionen bei anderen elektronischen Geräten wie Uhren und Kameras.

Ruhezeiten auf Campingplätzen

Auf gut ausgebauten Campingplätzen können Sie den Lärmpegel senken, indem Sie Generatoren schalldämmen, die Ruhezeiten einhalten und die Lautstärke elektronischer Geräte reduzieren.

 

VERKEHRSGERÄUSCHE 

Verringern Sie Ihren CO₂-Fußabdruck und gleichzeitig die Lärmbelastung durch motorisierte Fahrzeuge. Nutzen Sie nach Möglichkeit alternative Verkehrsmittel wie Shuttlebusse oder Fahrräder. Fahren Sie langsamer und verwenden Sie geräuschdämpfende Auspuffanlagen. Achten Sie dabei auf die Lautstärke Ihrer Alarmanlage und Hupe. Wenn Sie Motorrad oder Geländefahrzeug fahren, bedenken Sie, dass die von diesen Fahrzeugen erzeugten tieferen Frequenzen weiter tragen. Vermeiden Sie daher nach Möglichkeit übermäßiges Aufheulen des Motors.

BÄRENLAND

In Bärengebieten kann es dennoch wichtig sein, Lärm zu machen, um die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Begegnungen mit Bären in freier Wildbahn zu verringern. Die menschliche Stimme ist ein schonendes Mittel zur Bärenabwehr, mit dem man die Tiere auf die eigene Anwesenheit aufmerksam machen kann; in Notfällen können Bärenpfeifen und -hörner wirksam sein.

VERHALTENSÄNDERUNGEN

Wenn Sie zu Hause Freizeitaktivitäten im Freien nachgehen, verhalten Sie sich ruhiger, denn das kann zu mehr Vogelgesang und zufriedeneren Nachbarn führen.

Die Empfehlungen basieren auf empirischen Erkenntnissen und wurden gemeinsam von Leave No Trace und der Abteilung für natürliche Geräusche und Nachthimmel des US-Nationalparkdienstes erarbeitet.

 

 

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